Frauen stärken

Mama Tierra
stärkt indigeneWayuu-Frauen

Mama Tierra hat sich von Anfang an mit Wayuu-Frauen in Nordkolumbien und Westvenezuela zusammengeschlossen, da dies die beste Strategie ist, um die ganze Gesellschaft zu unterstützen. Der Fokus liegt auf den Frauen, weil sie das Wohlergehen der Familie gewährleisten, ein Einkommen sichern und die Kinder aufziehen.

Die Frauen bilden die stärkste Verbindung in vielen indigenen Gesellschaften. Dies trifft besonders auf die Wayuu-Kultur mit ihrer matrilinearen Verwandtschaftsstruktur zu.

Was ist Matrilinearität?

Matrilinearität bedeutet, z. B. in der Wayuu-Gesellschaft, dass jede Person über die «Mutterlinie» oder Mutterfolge identifiziert wird, also über die mütterliche Herkunft. Daraus folgt, dass der Nachname der Mutter oder das Eigentum von mütterlicher Seite vererbt wird. In einem matrilinearen System betrachtet sich ein Individuum zur selben Herkunftslinie gehörig wie seine Mutter. Dieses Prinzip der matrilinearen Herkunft steht im Gegensatz zum eurozentrischen patrilinearen Modell, in dem z. B. der väterliche Nachname vererbt wird.

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte berichtete, dass zwischen 2012 und 2015 nahezu 5 000 Wayuu-Kinder an vermeidbaren Krankheiten gestorben sind.
Quelle

Mit welchen Problemen ist das Wayuu-Volk konfrontiert?

Die Wayuu-Indigenen kämpfen um ihr Überleben. Die Gründe dafür sind fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser, Umweltverschmutzung und Inflation.

Die Region La Guajira weist die höchste Rate an Mangelernährung in Kolumbien auf. Hier ist das Risiko der Kindersterblichkeit 2,25-mal höher aufgrund von Unterernährung und fehlender Vorsorge für vermeidbare Krankheiten. Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte berichtete, dass zwischen 2012 und 2015 nahezu 5000 Wayuu-Kinder an vermeidbaren Krankheiten gestorben sind. /p>

Tatsächlich leben 1,9% der kolumbianischen Bevölkerung in La Guajira, aber in diesem Departement sterben mehr als 20% o20% der Kinder unter fünf Jahren an Mangelernährung.

Weitere Probleme sind Wasserknappheit, das Vordringen der Wüste, Verschmutzung, Inflation, vor allem in Venezuela, Alkoholismus, eingeschränkter Zugang zu Bildung und fehlende Arbeitsmöglichkeiten. Ein ernsthaftes Problem für das Wayuu-Volk ist die Verschmutzung durch das grösste Kohlebergwerk in Lateinamerika, El Cerrejón. Diese Mine wird von Glencore mit Sitz in Baar, Schweiz, und anderen Firmen betrieben. Im Jahr 2012 enthüllten Nachforschungen des Senders BBC, dass die Firma Mitglieder von paramilitärischen Killern in Kolumbien bezahlt hatte. Im Weiteren kam es zu erzwungenen Enteignungen und zur Entvölkerung von ganzen Dörfern für die Vergrösserung der Mine. Ein Vertreter der lokalen Wayuu-Indigenen beschrieb diese Aggression als ein «Massaker».
Quelle

Die Kluft zwischen den Geschlechtern schliessen

Da die Herstellung von Kunsthandwerk für die Frauen in La Guajira eine der wenigen Möglichkeiten ist, um ein Einkommen zu erwirtschaften, war es für Mama Tierra klar, dass eine NPO wie Mama Tierra einen ethischen Handel ermöglichen muss. Indigene Menschen sollen ihren Lebensunterhalt in ihrem eigenen kulturellen Umfeld verdienen können, statt in Minen, Fabriken oder Haushalten in den Städten arbeiten zu müssen. Und sie sollen schon gar nicht Schmuggel betreiben, eine bei den Wayuu-Indigenen sehr verbreitete und gefährliche Tätigkeit.

Leider sind fehlendes Kapital, ihr abgelegener Lebensraum und grosser Mangel im Allgemeinen hohe Markthürden für die Wayuu-Frauen, sodass sie nur 2 USD pro Tasche verdienen – im Durchschnitt also 50 Cent pro Tag, wenn die Tasche in vier Tagen hergestellt wird. Dies entspricht 20 Cent pro Tag, wenn die Produktion in fünf Tagen erfolgt, was normalerweise nicht der Fall ist, denn es werden mindestens sieben Tage benötigt. Ausserdem deckt dieser dürftige Preis nicht einmal das Material für die Herstellung. Dies führt dazu, dass die Wayuu-Frauen ihr Handwerk aufgeben, da es die Anstrengung nicht wert sei, wie viele sagen.

Weil Geschlechter- gleichheit ein grundlegendes Menschenrecht ist

Mama Tierra unterstützt indigene Frauen durch die Produktion und den Vertrieb ihres Kunsthandwerks sowie durch diesbezügliche Forschung mit dem Ziel, dass sie finanzielle Unabhängigkeit erreichen.

We helfen indigenen Frauen, durch wirtschaftliche Unabhängigkeit eigene Entscheidungen zu treffen.

Wege öffnen für die Wayuu-Frauen

Die Herstellung von Kunsthandwerk ist eine wichtige soziale Tätigkeit in der Wayuu-Gesellschaft. Während eines Übergangsritus bei der ersten Menstruation eines Mädchens vermitteln ihr ihre weiblichen Verwandten eine umfassende Ausbildung über das Frausein in der Wayuu-Kultur. Besonderen Wert legen die Wayuu-Frauen dabei auf das Erlernen von kunsthandwerklichen Techniken wie dem Weben. Das Ziel dabei ist, die Mädchen auf ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit vorzubereiten, da die Wayuu-Frau im Allgemeinen zur Unabhängigkeit erzogen wird. Von klein auf wird sie mit dem Rüstzeug ausgestattet, um verschiedene Lebenssituationen zu meistern, auch für den Fall, dass sich ihr Mann als verantwortungslos entpuppt. Die Herstellung von Kunsthandwerk ist daher in der Wayuu-Gesellschaft von grösster Bedeutung. Mama Tierra schätzt diese Tradition und will sie schützen, pflegen und fördern.

Wie Mama Tierra
empowers Wayuu-Frauen unterstützt

  • 1

    Sie bezahlt existenzsichernde Löhne.

  • 2

    Sie stellt den Frauen alle Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Ebenfalls übernimmt sie die Kosten für den Transport der gefertigten Produkte von den indigenen Gemeinschaften in die Stadt und ins Ausland.

  • 3

    Schulungen zur Verbesserung oder zum Erlernen kunsthandwerklicher Techniken.

  • 4

    Das Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht den Kunsthandwerkerinnen, sich um ihre Kinder und ihr Vieh zu kümmern.

  • 5

    Mutterschaftsurlaub und bezahlte medizinische Hilfe im Krankheitsfall.

  • 6

    Fundraising und Umsetzung sozialer Projekte zur Linderung ihrer drängendsten Probleme wie beispielsweise fehlende Schulmaterialien, kein Zugang zu Wasser und Nahrung.

  • 7

    Mama Tierra steht in ständigem Austausch mit den Kunsthandwerkerinnen. Auf diese Weise werden die Probleme zeitnah angegangen.